booking.com & Share Economy

Macht booking.com die Share Economy salonfähig?

Prügelknabe Airbnb

Was wurde nicht gegen Airbnb gewettert! Fachverbände und anerkannte Wissenschaftler haben sich auf diesen Anbieter mit immer dümmeren Behauptungen und Forderungen eingeschossen. Besonders absurd war es, auf einer Fachtagung – ich wundere sich ja schon über gar nichts mehr – zu fordern, für Airbnb und Hotels müssen gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten! Airbnb & Hotel? - Das wäre so, als wenn für Audi und HolidayCars gleiche Bedingungen gefordert würden. Airbnb und Hotels agieren auf völlig verschiedenen Stufen der Leistungserstellung im Tourismus. Airbnb ist nichts anderes als ein Reisemittler. Das zeigt, wie wenig Sachverstand und billige Polemik in dieser an eine Hetzkampagne erinnernde Diskussion herrscht. Wir sind nun mal gegen alles! Insbesondere, wenn es neu ist.

Jetzt auch noch booking.com

Auch das noch! Nun verhökert booking.com diese unsäglichen Angebote auch noch. Und dann noch euphemistisch als homestays. Das ist doch Shadow Economy, wenn ich mich recht erinnere. So wurde doch die Gruppe der Nachfrager beschimpft, die gern mal eine Alternative zum klassischen Hotel suchen, oder? Das macht die Sache kompliziert. Jetzt kann man nicht mehr nur auf Airbnb rumhacken. Wimdu oder 9flats wurden geflissentlich übersehen. Nein, nun macht auch noch der Vorzeigeknabe bei der Shadow Economy mit! Noch ein Hotelkiller. Ein Weltbild bricht zusammen.

Objektive Betrachtung fehlt

Selbstverständlich muss man sich mit der Entwicklung der Share Economy kritisch auseinandersetzten. Das habe ich in mehreren Veröffentlichungen getan – eine weitere erscheint demnächst (Stand Juli 2015). Auch Airbnb macht nicht alles richtig und scheint den Bedürfnissen der Nachfrage nicht grundsätzlich gerecht zu werden. Trotzdem ist Airbnb und den anderen Portalen – es gibt mittlerweile eine Vielzahl davon – gelungen, was die Tourismuswirtschaft bislang vor große Probleme gestellt hat: Sie haben unzählige Kleinstvermieter in echte Online-Buchungssysteme integriert. Das löst Neid aus!

Mietwohnungen sind keine Touristen-Unterkünfte

Kritikwürdig und verboten ist es, normale Mietwohnungen als Unterkünfte für Touristen anzubieten. Hier muss in den Portalen dringend eine wirksamer Filter eingebaut werden. Die rechtliche Dimension dieses Sachverhalts ist im Grunde geklärt. Dumm ist es hingegen, Touristen, die authentische Unterkünfte und den Kontakt zu Einheimischen suchen, in Miet-Wohnungen einzuquartieren. Gerade in Großstädten zeichnen sich Miet-Wohnungen nicht gerade durch florierende soziale Strukturen aus.

Ober-Dumm ist es übrigens auch, Ferienwohnungen generell aus Wohnbereichen zu verbannen. Das fördert den Aufbau von Touristenghettos. Vielen Orten, in denen über Jahrzehnte touristische Strukturen gewachsen sind, würde so das touristische Flair komplett zerstört werden.

Das war's mal wieder. Politisch völlig unkorrekt!


Mit herzlichen Grüßen aus Elmshorn!

Ihr,
Martin Linne

14.07.2015